Datum: 11.04.2006

Quelle: MDR


12.04.06 | Sendezeit: 13.00 Uhr - 13.45 Uhr | VPS: 13.00 Uhr


Metropolen des Ostens – Danzig Ein Film von Karin Reiss


Danzig ist ein geschichtsträchtiger Ort: In der mächtigen Hansestadt an der Ostsee trieben Deutsche und Polen Jahrhunderte lang gemeinsam Handel und Kultur. Mit dem Krieg kam die Zerstörung. Nach 1945 wurde die Stadt polnisch und hieß fortan Gdansk. Die Schönheit der Stadt lag in Trümmern, fast alle Gebäude waren zerstört. Doch aus den Ruinen entstand eine neue alte Stadt: ein Paradebeispiel für die polnische Kunst der Restaurierung. Die prächtigen Patrizierhäuser erinnern an das "Goldene Zeitalter" und ziehen viele Touristen an. Heute leben eine halbe Million Menschen in der Stadt. Sie sind stolz darauf, dass ihr Danzig die Geburtstätte der Gewerkschaft Solidarnosc ist.

Der Film stellt Danzig und die Danziger vor. Zum Beispiel die junge Musikstudentin Kasia Piastowska, für die es nichts Schöneres gibt, als hoch oben im Turm der Katharinenkirche das einzigartige Glockenspiel erklingen zu lassen. Oder Miroslaw Purzyczko, der sich um die Zukunft seiner Schweißerbrigade sorgt. Auf der Danziger Werft, wo einst das Herz der Solidarnosc schlug, arbeiten nur noch 3.000 Menschen. Viele Werkhallen stehen schon seit Jahren leer. In einigen haben sich heute junge Künstler eingenistet. Ola Olszewska, die Kioskfrau am Tor der Werft, hat sich an die "schrägen Vögel" gewöhnt. Zu ihr kommt jeder gern. Ola ist Ende siebzig und war schon da, als die Werftarbeiter vor 25 Jahren den Kommunismus ins Wanken brachten. Der Film lässt entdecken, was Touristen meist verborgen bleibt: den Lebensalltag der Danziger, ihre Hoffnungen und Sorgen, ihren Stolz und ihre Würde. Dabei geht es nicht um die schönen Fassaden dieser
Stadt, sondern vor allem um das Leben dahinter.



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