Datum: 13.04.2006

Quelle: MDR


Lichter über dem Meer: 1. Leuchttürme an Schottlands Küsten
Ein zweiteiliger Film von Ulrike Becker

Schottland besitzt die gefährlichste Küste und die meisten Leuchttürme Europas, insgesamt sind es 200 Major und Minor Lights. Doch was nur wenigen bekannt ist: 97 davon wurden von der Familie des Schriftstellers Robert Louis Stevenson gebaut. Schon Robert Louis Urgroßvater und Großvater hatten mit Licht zu tun: Sie waren Lampenmacher in Edinburgh. Dort haben sie Ende des 18. Jahrhunderts die Straßenbeleuchtung eingeführt. Bei Nacht erleuchtete Städte, das war neu: eine Errungenschaft der Aufklärung im Wortsinn.

Der kleine Betrieb expandierte, die Stevensons begannen, Straßen, Hafenanlagen, Kanäle und Brücken zu bauen. Ihre Leidenschaft aber blieb das Tüfteln mit Reflektoren und Experimentieren mit Brennstoffen; ihre größte Herausforderung war die Dunkelheit auf dem Meer. Robert Stevenson, der Großvater des Schriftstellers, ließ sich zum Chef-Ingenieur der 1786 gegründeten Leuchtturmbehörde ernennen. Seine Söhne und später deren Söhne traten in seine Fußstapfen. Ihre Aufsehen erregendsten Pionierleistungen waren Rocklights: Leuchttürme, die mitten in der tosenden See auf einsamen Felsenriffen stehen.

Auch der junge Robert Louis musste, als er 16 war, eine Ausbildung zum Ingenieur beginnen und auf Leuchtturm-Baustellen in die Lehre gehen. Als Zwanzigjähriger revoltierte er gegen Bauzeichnen und körperliche Arbeit und löste mit dem Geständnis, dass er Schriftsteller werden wolle, eine Familienkrise aus. Für ihn selbst war es ein Befreiungsschlag: Endlich durfte er schreiben und reisen! Später setzte er sich in die Südsee ab - und wurde als einzigerStevenson berühmt.



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