Datum: 20.04.2006

Quelle: NDR


Edo de Waart dirigiert das NDR Sinfonieorchester Hélène Grimaud spielt Beethovens 4. Klavierkonzert

Konzerte:
Sonntag, 30. April, 11.00 Uhr, Laeiszhalle, Hamburg
Montag, 1. Mai, 20.00 Uhr, Laeiszhalle, Hamburg
Live-Übertragung im Radio: Montag, 1. Mai, 20.00 Uhr, NDR Kultur

Zwei der berühmtesten und beliebtesten Werke der Konzertliteratur haben sich der holländische Dirigent Edo de Waart und die französische Pianistin Hélène Grimaud für ihr Gastspiel beim NDR Sinfonieorchester ausgewählt: Beethovens poetisches Viertes Klavierkonzert und Dvoráks Neunte und letzte Sinfonie „Aus der neuen Welt“.

Beethovens G-dur-Klavierkonzert op. 58 ist das feinsinnigste seiner fünf Klavierkonzerte. „Ich glaube, dass Ihre kaiserliche Hoheit mich haben so kennen gelernt, dass nicht bloß kaltes Interesse meine Sache ist ...“, heißt es im Widmungsschreiben Beethovens an seinen Schüler und Mäzen Erzherzog Rudolf. Das 4. Klavierkonzert entstand in den Jahren 1805/06 und damit etwa zur gleichen Zeit wie Beethovens Vierte Sinfonie und sein Violinkonzert. Beethoven trug es bei der Uraufführung im März 1807 noch selbst vor - doch brachte der ertaubende Musiker das Orchester bereits in heillose Verwirrung und musste das öffentliche Konzertieren bald darauf ganz einstellen. Der sanfte, alle Konzertkonventionen auf den Kopf stellende Einsatz des Klaviers im ersten Satz und vor allem die sprachmächtige Wechselrede zwischen Klavier und Orchester im zweiten Satz haben Generationen von Konzertbesuchern an diesem Werk fasziniert. Von Franz Liszt etwa stammt die häufig zitierte Vermutung, dass Beethoven durch das Bild von Orpheus, der die Mächte der Unterwelt beschwört, zum Adagio seines Vierten Klavierkonzerts inspiriert worden sei.

Im Jahr 1892 folgte Antonin Dvorák der Einladung der Mäzenatin Mrs. Jeanette Thurber, als Kompositionsprofessor und Künstlerischer Leiter ans National Conservatory of Music in New York zu kommen, um den Amerikanern den „Weg ins gelobte Land“ einer eigenen Musik zu weisen. Zeugnis dieser Bemühungen ist Dvoráks Sinfonie ?Aus der neuen Welt?, die zum Teil von indianischen Melodien und Spirituals inspiriert ist. Kaum aber war diese bis heute erfolgreichste aller Dvorák-Sinfonien uraufgeführt, begann der Streit, wie „amerikanisch“ sie wirklich sei. Der Komponist hatte sie erklärtermaßen aus Heimweh nach seiner böhmischen Heimat geschrieben. Und sein romantisierendes Bild vom Land des Wilden Westen war weniger von eigener Anschauung als von Henry Wadsworth Longfellows Indianerepos „The Song of Hiawatha“ bestimmt. Dieses Karl-May-Pendant hatte Dvorák schon in jungen Jahren verschlungen und seitdem eine Oper über den Stoff geplant - stattdessen ließ er sich nun von einigen Szenen zu seiner Sinfonie anregen. So hat man es bei Dvoráks Werk wohl eher mit dem kuriosen Fall einer in New York geschriebenen Sinfonie über das in der Fantasie eines böhmischen Komponisten existierende Amerika-Bild zu tun.

Karten zu € 8 bis € 37 gibt es im NDR Ticketshop im Levantehaus, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg, Telefon: 0180/1 78 79 80*, Fax: 0180/178 79 81*, ticketshop@ndr.de, an den bekannten Vorverkaufstellen und an der Abendkasse

(* bundesweit zum Ortstarif).



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