Datum: 11.05.2006

Quelle: ZDF


Berliner Theatertreffen-Diskussion exklusiv im ZDFtheaterkanal

"Dogmen des alten Theaters - Oder die Rückeroberung der Wirklichkeit auf der Bühne?": Berliner Theatertreffen-Diskussion exklusiv im ZDFtheaterkanal

"Dogmen des alten Theaters - Oder die Rückeroberung der Wirklichkeit auf der Bühne?": Die Berliner Theatertreffen-Diskussion im Haus der Berliner Festspiele ist ab Sonntag, 14. Mai 2006, 21.40 Uhr, exklusiv im digitalen ZDFtheaterkanal zu sehen. An der lebhaften Debatte über das Verhältnis von Theater und Wirklichkeit nahmen auf dem Podium teil: die Regisseure Jürgen Gosch, Daniel Wetzel und Andres Veiel sowie die Theaterkritikerin der Süddeutschen Zeitung, Christine Dössel, und der Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek.

Jürgen Gosch, Regisseur der viel diskutierten Düsseldorfer "Macbeth"-Aufführung, die am vergangenen Freitag, 5. Mai 2006, das Theatertreffen Berlin eröffnet hatte, sagte in der hitzigen Diskussion über inszenierte Wirklichkeit und die Wirklichkeit des Theaters: Er mühe sich, getragen von Verzweiflung, im Kunstraum Theater von Stück zu Stück und sei völlig unbeeindruckt von aktuellen Empörungen über aktuelles Regietheater wie auch von der Tendenz, Wirklichkeit im dokumentarischen Stil auf die Bühne zu holen. Die Arbeiten seiner Regiekollegen Andres Veiel ("Der Kick") und Daniel Wetzel ("Wallenstein") haben dagegen klar dokumentarischen Charakter; beide Inszenierungen verarbeiten Zitate realer Personen und beruhen nicht auf einer Kunstsprache wie Shakespeare sie benutzte.

Während Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek die Entwicklung des zeitgenössischen Regietheaters verdammte, konterte die SZ-Kritikerin Christine Dössel, dass Theater keine Textverwahranstalt sei. Was die Zuschauer von den Theatern fernhalte, seien schließlich nicht die "versauten" Inszenierungen, wie es in der Presse heiße, sondern die Langeweile. Einen Trend zum "Ekeltheater" gäbe es auf deutschen Bühnen nicht.

Im Verlauf der Debatte wurden die unterschiedlichen Motive und Vorgehensweisen von Regisseuren greifbar. Gosch bekannte: "Man versucht sich so unschuldig wie möglich zu halten und ist doch ein unendlicher Wirkungsmechaniker". Daniel Wetzel konstatierte: "Für mich ist Theater ein Behälter, den man immer neu aktualisieren und füllen muss."

Die Sendung "Dogmen des alten Theaters - Oder die Rückeroberung der Wirklichkeit auf der Bühne?" ist am 14., 19., 24., 29. Mai 2006, jeweils 21.40 Uhr, im digitalen ZDFtheaterkanal zu sehen. Moderation: Dieter Moor, Fernsehregie: Hannes Rossacher.

weitere Infos:
ZDFtheaterkanal: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,1021404,00.html


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