Datum: 16.05.2006

Quelle: Newsletter www.iceland.de


Kontrollierter Tourismus
Die isländische Tageszeitung Morgunbladid berichtete am 28.04.2006, daß sich die Zahl der Touristen in Island innerhalb der nächsten 15 Jahre verdreifachen könnte. Vom Standpunkt der Tourismuswirtschaft aus betrachtet, sei diese Entwicklung positiv zu sehen, ob allerdings die Folgen für Gesellschaft und Umwelt auch nur positiv zu sehen sind, wird in dem Artikel bezweifelt. Akueller Anlaß für den Bericht war eine von der Isländischen Tourismuswirtschaft organisierte Konferenz über den Tourismus in der Hochlandregion von Landmannalaugar. Dort sind die Folgen des zunehmenden Tourismus in der Natur bereits deutlich erkennbar und einer Studie zufolge gibt es bereits Reisende, die das Gebiet deshalb meiden. Nach einhelliger Meinung der Konferenzteilnehmer zeigt das Beispiel, welche Auswirkungen eine weitgehend ungeplante Entwicklung des Tourismus im Hochland haben könnte. Inzwischen gibt es Überlegungen, Hütten und andere touristische Einrichtungen deutlich weiter entfernt von den heißen Quellen in Landmannalaugar neu aufzubauen. Die Überlegungen fordern auch einen Gesamtentwicklungsplan für die weitere Erschließung des Hochlandes. Ein Vorschlag sieht vor, die Randbreiche des Hochlandes besser zu erschließen und sie als Ausgangsbasis für Ausflüge ins zentrale Hochland zu nutzen. Damit könnten einerseits weite Teile des Hochlandes auch zukünftig in ihrer heutigen Form erhalten und gleichzeitig die Randregionen entwickelt werden. Der Artikel im Morgunbladid schließt mit folgenden Worten: "Die unberührte Natur Islands ist das Hauptverkaufsargument für Firmen, die Gäste nach Island bringen wollen. Wenn aber normale Straßen im Hochland gebaut werden sollen und Servicecenter mit Tankstellen, Kiosk und großen Parkfläschen entstehen, wenn außerdem LKWs mit Waren durch das Hochland donnern, die zur Versorgung der Touristen notwendig sind, dann wird irgendwann nicht mehr viel von der Ursprünglichhkeit vorhanden sein. Das Produkt, das wir verkaufen wollen, wird zerstört sein und damit das Erbe, dass wir unseren Nachkommen hinterlassen könnten."



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