Datum: 22.05.2006

Quelle:NDR Presse und Information, Hamburg


Für Klassikfans: Alan Gilbert und Midori konzertieren mit dem NDR Sinfonieorchester
Konzerte: Freitag, 2. Juni, 20.00 Uhr, Laeiszhalle, Hamburg, Einführung: 19.00 Uhr, Kleiner Saal, Sendung im Radio: Montag, 26. Juni, 20.00 Uhr, NDR Kultur - "Dichter und Virtuosen" - Mit dem anstehenden Konzert setzen Alan Gilbert, das NDR Sinfonieorchester und die amerikanische Geigerin Midori den Schlusspunkt hinter eine intensive, gemeinsame Arbeitsphase. Ende Mai waren Solistin, Erster Gastdirigent und Orchester auf einer erfolgreichen Tournee, die sie nach Lugano, Vaduz und Innsbruck geführt hat. Auf dem Programm des Konzertes in der Hamburger Laeiszhalle stehen zwei dichterisch inspirierte Werke von Robert Schumann und Antonín Dvoøák sowie das aus der Zusammenarbeit des Komponisten mit dem Geigenvirtuosen Pawel Kochañski hervorgegangene Violinkonzert Nr. 1 in D-dur von Sergej Prokofjew.
Im April 1895 kehrte Antonín Dvoøák aus Amerika, wo er sich mehrere Jahre aufgehalten hatte, zurück in seine tschechische Heimat. In den USA hatte er die Reihe seiner Sinfonien und Solokonzerte bereits abgeschlossen; nun begab er sich daran, sich letztmalig der Orchestermusik zu widmen – mit einigen Sinfonischen Dichtungen. Bei den Freunden des Komponisten rief die Wahl dieses Genres Überraschung, wenn nicht gar Befremden hervor, hatte sich Dvoøák doch bislang in der Instrumentalmusik eher mit den „absoluten“ Formen beschäftigt. An der „Mittagshexe“ arbeitete Dvoøák im Januar und Februar 1896; am 27. Februar war die Niederschrift der Partitur abgeschlossen. Die Sujets zu den Kompositionen fand er in der Balladensammlung „Blumenstrauß“ („Kytice“) des tschechischen Dichters Karol Jaromír Erben. Es war ausgerechnet das Revolutionsjahr 1917, in dem Sergej Prokofjew auf dem Land bei Petersburg eines seiner entspanntesten Werke schrieb. Sein Violinkonzert Nr. 1 hat nichts mit dem spektakulären und gewalttätigen Charakter jener Werke gemein, mit denen er in früheren Jahren auf sich aufmerksam gemacht hatte. Der Charakter ist durchgehend lyrisch, die Melodik gesanglich, getragene Tempi überwiegen. Und obwohl die Violinstimme mit den aberwitzigsten Schwierigkeiten gespickt ist, begibt sie sich nicht auf Konfrontationskurs mit dem Orchester, sondern fungiert bescheiden als primus inter pares. Die Pariser Kritik attestierte dem ehemaligen „enfant terrible“ bei der Uraufführung seines neuen Werkes denn auch, es sei geradezu „mendelssohnisch“.
„Ich war ganz glücklich und wünschte nichts als Du wärest meine Frau und ich könnte auch solche Symphonien schreiben“, so schrieb Robert Schumann im Dezember 1839 unter dem Eindruck von Schuberts „Großer C-dur-Sinfonie“ an seine Verlobte Clara. Dieser Wunsch sollte sich bald doppelt erfüllen: Am 12. September 1840 heirateten Robert und Clara, und nachdem Schumann im Laufe dieses Jahres eine große Menge an Liedern komponiert hatte, wurde 1841 für ihn zum „Sinfonienjahr“; er schrieb außer der Ersten Sinfonie auch die erste Fassung der Sinfonie d-Moll sowie „Ouvertüre, Scherzo und Finale“. Schumanns sinfonischer Erstling, die so genannte „Frühlingssinfonie“ – benannt nach einem Gedicht Adolf Böttgers – entstand innerhalb kürzester Zeit; innerhalb von vier Tagen, vom 23. bis 26. Januar 1841, skizzierte er das Werk, und am 20. Februar war die Instrumentation abgeschlossen. Bereits am 31. März dirigierte Felix Mendelssohn-Bartholdy dann die Uraufführung im Leipziger Gewandhaus.
Ab 19.00 Uhr führt Habakuk Traber im Kleinen Saal in das Konzert ein.
Karten zu € 8 bis € 37 gibt es im NDR Ticketshop im Levantehaus, Mönckebergstr. 7, 20095 Hamburg Tel.: 0180/1 78 79 80*, Fax: 0180/178 79 81*, ticketshop@ndr.de, an den bekannten Vorverkaufstellen und an der Abendkasse (* bundesweit zum Ortstarif).



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