Datum: 24.05.2006

Quelle: arte TV


TV-Tipp: arte 14.07.06, 19:00 Uhr. Die Kapverden - Vulkaninseln im Wüstenwind
Die grandiosen Landschaften der Kapverdischen Inselwelt, ihre Entstehung und Veränderung, stehen im Mittelpunkt der Dokumentation. Sie zeigt, welche Pflanzen und Tiere die trockenen Vulkanlandschaften besiedeln, taucht ein in die bunte Unterwasserwelt der Inselberge und dokumentiert das harte Leben der Bewohner in einer lebensfeindlichen Umgebung. Die Kapverden zählen zu den Makaronesischen Inseln, zu den "Inseln der Glückseligkeit", zu denen auch die Kanaren, Madeira und die Azoren gehören. Alle diese Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Es sind die Spitzen vulkanischer Gebirge, die auf dem Meeresboden wurzeln, in über 6.000 Meter Tiefe. Etwa 500 Kilometer sind die Kapverden vom afrikanischen Festland entfernt. Außer den Pflanzen haben es nur Insekten, Reptilien und Vögel auf natürliche Weise geschafft, sich auf den Inseln anzusiedeln. Alle größeren Tiere wurden von den Menschen eingeführt. So kärglich das Tierleben an Land ist, umso erstaunlicher ist der Fischreichtum im Meer rund um die Kapverdischen Inseln. An den Flanken der Inselberge steigt nährstoffreiches Tiefenwasser auf, das zur Entfaltung reichen Lebens führt. Hier mischt sich die Fischfauna des von Norden kommenden Kanarenstroms mit der Fischgemeinschaft der Tropen. Das wiederum lockt große Raubfische wie Haie und Barrakudas an. Die frei stehenden Inselberge sind darüber hinaus Wegmarken für Wanderfische wie Thunfische und Makrelen, Delfine und Wale. Die Bevölkerung der seit 1975 selbstständigen Inselrepublik besteht zum größten Teil aus Kreolen, den Nachkommen von Sklaven und ihren Herren. Denn beinahe vier Jahrhunderte lang waren die Inseln Dreh- und Angelpunkt des portugiesischen Sklavenhandels. Fische sind die einzige natürliche Nahrungsquelle der Inseln. Das trockene Land kann seine Bewohner nicht ernähren. Die Kapverden liegen im Einflussbereich des extremen Trockenklimas der Sahelzone. Wasserarmut und Wüstenwind verhindern Bodenbildung und ausreichenden landwirtschaftlichen Ertrag. Viele Männer wandern aus, weil es auf den Inseln keine bezahlte Arbeit gibt. Frauen und Kinder bleiben zurück und kämpfen ums Überleben. Faszinierend und noch keineswegs abgeschlossen ist die geologische Geschichte der Inseln. Vor über 100 Millionen Jahren begannen die Inselvulkane aus den Tiefen des Atlantiks aufzusteigen, - noch heute sind die jüngsten aktiv. Der Pico de Fogo, der zweithöchste Vulkan des Atlantiks, ist im Jahr 1995 bisher zum letzten Mal ausgebrochen. Auf den jungen Asche- und Lavafeldern, in Höhen bis über 2.000 Meter, gedeihen Gemüse, Obst und sogar Wein. Der fruchtbare Vulkanboden veranlasst die Menschen, trotz der ständigen Gefahr eines erneuten Ausbruchs in unmittelbarer Nachbarschaft des Vulkans zu siedeln; ein Beispiel für den Mut und die Kraft der Inselbewohner, die auf dem kargen Land der Kapverden ihr Leben meistern müssen. (Dokumentation, Deutschland 2004, BR Regie: Walter Sigl, Bernhard Rübe)



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