Foto: Armin Rohnen © STOCK4press

FineArtReisen® Artikel Nr. 27108 vom 17.11.2010
Quelle: armini foto & medien verlag

Internetpiraterie, Datenklau und Hehlerware

Wer in den letzten Wochen ein wenig aufmerksam die Medienlandschaft beobachtet hat, dem wird nicht entgangen sein, dass eine Schweizer Bildagentur via Berliner Medienanwälte etwas mehr als 500 Reisebüros einer deutschen Online-Reisebürokette bezüglich der unerlaubten Nutzung von Bildmaterial abmahnt. Begleitet wird der an sich schon spektakuläre Vorfall durch lautes PR-Geschrei einer Medienagentur der Berliner Anwälte. Von Internetpiraterie, Datenklau und Hehlerware ist hier die Rede.

Fakt scheint zu sein, dass die Einkäufer der Online-Reisebürokette für die Verkauf von Reisen eines Reiseveranstalters über ihre angeschlossenen Online-Reisebüros Bildmaterial erhalten haben, welches durch die Schweizer Bildagentur vermarktet wird. So wie es sich derzeit darstellt, darf man davon ausgehen, dass weder der Reiseveranstalter noch die Online-Reisebürokette oder  das einzelne Online-Reisebüro für die Verwendung des Bildmaterials über eine entsprechende Freigabe verfügt. Dass die eingeschalteten Medienanwälte sich am jeweiligen verantwortlichen Webseitenbetreiber schadlos halten wollen, anstatt sich per Sammelklage an der „einspeisenden“ Online-Reisebürokette zu wenden, dürfte etwas mit „Gewinnmaximierung“ zu tun haben.

Jetzt kann man zu dem Vorfall stehen wie man möchte, es verwerflich finden, in welcher Art und in welcher Höhe hier versucht wird, Schadensersatz für entgangene Einnahmen bei der Vermarktung von Nutzungsrechten zu erlangen, jedoch wird das Urheberrecht auf Seiten der Bildagentur stehen.

Das ursächliche Problem liegt in der Unkenntnis, der Missachtung und der Respektlosigkeit gegenüber dem geistigen Eigentum Dritter!

Die Meinung, man dürfe grundsätzlich alles kopieren und für sich selbst nutzen, solange es nicht mit Copyright oder © gekennzeichnet sei, zieht sich quer durch alle Gesellschaftsschichten. Für den privaten Gebrauch sei das sowieso zulässig, ... entbehrt jeder rechtlichen Grundlage. Denn grundsätzlich verhält es sich genau umgekehrt. Für jedes Kopieren, auch das Private, für jede weitere Nutzung, egal wann und wofür, bedarf es einer Freigabe des Urhebers bzw. dessen Rechtevermarkters. Bei Missachtung der Rechtslage steht dem Urheber Schadensersatz in angemessener Höhe zu. Die angemessene Höhe bewegt sich z.B. im Falle des verhüllten Berliner Reichstages dann schon einmal in der Dimension 25.000 US$. Anderes geistiges Eigentum ist nicht so „teuer“ aber € 1500 haben sich inzwischen als Schadensersatzhöhe bei unerlaubter gewerblicher Nutzung eingestellt. Lediglich bei der privaten Nutzung hat der Gesetzgeber die Höhe der Abmahnkosten limitiert und spricht dem Rechteinhaber nicht den sofortigen Schadensersatz zu.

Weit verbreitet ist auch die Meinung, sich durch den Erwerb von Bilddateien Urheberrechte gekauft zu haben. Dies ist mitnichten der Fall, denn das Urheberrecht ist nicht übertragbar. Schlimmer noch, denn gemäß §13 des Urheberrechtgesetzes hat der geistige Eigentümer eines Kunstwerkes (der Urheber) als einziger ein Kennzeichnungsrecht am Werk. Kennzeichnungen wie zum Beispiel Foto: xyz GmbH & Co. Agentur belegen die Unkenntnis des Rechtenutzers und öffnen den Abmahnwellen Tür und Tor. Auch die Meinung man könne mit Copyright oder © auf Nutzungsrechte hinweisen, ist völlig falsch. Mit Copyright bzw. © wird derjenige gekennzeichnet, der die Vermarktungsrechte (Kopierrechte) des Werkes vom Urheber übertragen bekommen hat.

Jahrelang haben wir versucht den Pressestellen und PR-Agenturen die uns mit dem Verweis „honorarfreie Nutzung, um Belegexemplar wird gebeten“ unzureichend gekennzeichnetes Bildmaterial aus zweifelhaften Quellen für die Veröffentlichung anbieten über den obigen Sachbestand aufzuklären. Verärgerung und Unverständniss der Quellengeber hat uns jedoch dazu bewegt hier eine etwas andere Vorgehensweise einzuschlagen. Nicht umsonst weisen wir intensiv darauf hin, dass Meldungen nur dann berücksichtigt werden, wenn diese per eMail an die eMail-Adresse nachrichten@fineartreisen.de gesendet werden. Dort wird jede eingehende Nachricht mit einem Autoresponder beantwortet, dass FineArtReisen von der zeitlich unbefristeten und alle Verbeitungsformen umfassenden Nutzungsfreigabe des übermittelten Materials ausgeht. Grundsätzlich kennzeichnen wir das Bildmaterial mit den Hinweisen, die uns der Quellengeber übermittelt. Auch dann, wenn dies augenscheinlich gegen geltende Rechte verstößt. Im Zweifelsfalle wird das Bildmaterial mit „Fotoquelle: Angabe des Quellengebers“ gekennzeichnet.

Bei Abmahnungen, die uns bezüglich der Verstöße gegen das Urheberrecht erreichen, schalten wir konsequent unseren Medienanwalt ein. Der für gewöhnlich auf Basis der uns erteilten Nutzungsfreigabe des Quellengebers die Abmahnung, verbunden mit weiteren Kosten, weiterleitet.

Den meisten Lesern, die diesen Artikel nun bis hier hin gelesen haben, die aller Wahrscheinlichkeit nach weder das Verständnis für unsere noch für die diesen Artikel auslösende Vorgehensweise aufbringen, möchte ich entgegenhalten, dass es Konsens in unserer Gesellschaft ist jeden Raub, jeden Diebstahl mit der Härte der jeweiligen Gesetzgebung zu bestrafen. Nur weil im Normalfall einem Bilddatenmissbrauch nur wenig bis gar keine technischen Hürden entgegengesetzt werden (können), bedeutet dies noch lange nicht, dass sich hier nach Belieben bedient werden darf. Es handelt sich ebenso um einen Diebstahl. So gesehen ist die gewählte Begrifflichkeit der Medienagentur mit Internetpiraterie, Datenklau und Hehlerware zwar drastisch, es beschreibt jedoch sehr genau den Tatbestand und Umfang der Straftat. Es handelt sich nunmal nicht um einen in allen Kulturkreisen und Religionen tolerierten Mundraub.

Spektakuläre Raubüberfälle werden üblicherweise auch spektakulär bestraft!

Beste Grüße
Ihr Armin Rohnen



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Armin Rohnen - Herausgeber
Der Weg vom Unterwasserfotografen zum Globetrotter und weiter zum Herausgeber von FineArtReisen, die Reisezeitung im Internet. Bereits in früher Jugend fielen die Bilder des fotografischen Autodidakten Armin Rohnen auf. Damals bereits entwickelte er seine Vorliebe für den Bereich der Natur- und Reisefotografie. Während seines Wehrdienstes erlernte er die Schwarz-Weiß Labortechnik. Eine Spielwiese der Kreativität, die ihn nicht mehr loslassen sollte. Später während seines Studiums an der FH Köln legte er sich sein erstes Fotolabor zu. [lesen Sie hier weiter]





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