
FineArtReisen® Artikel Nr. 49784 vom 04.12.2011
Quelle: TV - BR Fernsehen
In den letzten 25 Jahren hat der deutsche Wein eine grundlegende Wandlung durchlaufen, es gibt jetzt viele herausragende deutsche Weine und das zu ganz unterschiedlichen Preisen. Es wird mehr und vor allem besserer Wein getrunken. Hervorragenden Wein zu trinken ist nicht mehr elitär, sondern cool. Stuart Pigott ist Kronzeuge, wenn nicht gar einer der Motoren dieser Entwicklung. Er zeigt in der zweiten Staffel von „Weinwunder Deutschland“ erstaunlich unbekannte deutsche Weinlandschaften und unterhält sich mit den unterschiedlichsten Winzerpersönlichkeiten.
Als Grund für das deutsche Weinwunder sieht Pigott vor allem zwei Faktoren: die Winzer und den Boden. Denn der deutsche Wein ist heute dank kreativer Winzer, lebendiger Tradition und Klima und Boden unglaublich vielfältig: Vom schlanken, mineralischen Weißwein über wuchtige Rotweine, die man noch vor wenigen Jahren nie in diesem Land vermutet hätte, fruchtig-trockenen Perlweinen, bis hin zum weltweit begehrten Süßwein reicht das Geschmacksspektrum.
Die Winzer sind insgesamt jünger geworden, und sie haben sich der Welt geöffnet: Die Kluft zwischen denen, die den Wein machen und verkaufen und deshalb davon viel verstehen und denen, die ihn konsumieren, ist längst nicht mehr so tief wie sie einmal war. Denn die einen hören zu, und die anderen werden ernst genommen.
Der Wein ist so wie der Winzer ist, so Stuart Pigott. Denn die deutschen Winzer, vor allem die jüngeren wenden sich ab von Masse und Billigpreisen und setzen immer mehr auf Qualität und Klasse. Es entstehen Weine, die viel mit dem Charakter und den Ideen derer zu tun haben, die sie erzeugen. Der Weinbau erzielt eine bessere Wirtschaftlichkeit, junge Winzer haben ganz andere Zukunftsperspektiven als ihre Väter, und Quereinsteiger werden angezogen. Im Osten wie im Westen entstehen erstaunliche Weinlandschaften.
Für die neue Winzergeneration ist es heute selbstverständlich, dass sie das System der Natur ausschließlich so nutzen, dass die wesentlichen Merkmale langfristig erhalten bleiben. Die Stichworte hier sind Nachhaltigkeit und Terroir. Die Winzer ignorieren die Klimaerwärmung nicht, sondern suchen nach Wegen, um einen positiven Nutzen daraus zu ziehen und die negativen Folgen zu minimieren. Vom Weinbau kann man viel über den Klimawandel lernen. Immer erfolgreicher bringen die führenden Winzer der Republik in die Flaschen, was Rebsorten und Lagen als Potenzial bieten.
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