Bild: Deutsches Meeresmuseum

FineArtReisen® Artikel Nr. 58265 vom 10.04.2012
Quelle: Museum - Meeresmuseum Stralsund

Segeln für den Ostsee-Schweinswal

Deutsches Meeresmuseum bittet Wassersportler Schweinswal-Sichtungen zu melden

Bereits zum zweiten Mal ruft das Deutsche Meeresmuseum (DMM) zur Aktion „Wassersportler sichten Schweinswale“ auf. Den Saisonauftakt verknüpften die Wissenschaftler in diesem Jahr mit der Ankunft der beiden Segler Silja Schröder und Jan Singer aus Kiel, die am Ostersonntag mit ihrer neun Meter langen Banner 30 „Fritsjen“ im Stralsunder Hafen einliefen. Trotz des stürmisch-kalten Wetters segeln Silja und Jan planmäßig seit 01.04.2012 die Ostseeküste entlang, um auf den vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswal aufmerksam zu machen. Ihr Törn führt sie bis Anfang Oktober einmal um die ganze Ostsee über Polen, Baltikum, Russland, Finnland und Schweden bis in die dänische Beltsee. Durch die Zusammenarbeit mit Silja und Jan (beide 38) gelingt es dem Deutschen Meeresmuseum über die Landesgrenzen hinaus noch mehr Menschen über den Ostsee-Schweinswal zu informieren. „Schweinswale sind einfach tolle Begleiter beim Segeln, die wir nicht missen wollen. Deshalb möchten wir helfen, diese bedrohten Tiere vor dem Aussterben zu bewahren“, so Silja Schröder.

„Sichtungsmeldungen östlich von Rügen sind für uns besonders wertvoll, denn wir wissen, dass es auch dort Schweinswale gibt. Aber die Datenlage ist momentan einfach noch zu dünn“, sagt Jens Koblitz, Meeresbiologe vom Deutschen Meeresmuseum, der im vergangenen Jahr das Projekt „Wassersportler sichten Schweinswale“ von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e. V. (GSM) übernahm. Zum Saisonauftakt legen die Stralsunder erstmals einen eigenen Flyer vor, der Wassersportler über den Ostsee-Schweinswal sowie über die Notwendigkeit und Vorgehensweise bei der Meldung von Sichtungen informiert.

Die wichtigste Rolle bei der Bestandsermittlung von Schweinswal-Populationen in der Ostsee spielt seit Januar 2011 das EU-Projekt SAMBAH (Static Acoustic Monitoring of the Baltic Sea Harbour porpoise), an dem alle europäischen Ostseeanrainer mitwirken. Dazu registrieren 300 in der Ostsee ausgebrachte PODs (Porpoise Detectors) noch bis Ende 2012 flächendeckend die Klicklaute von Schweinswalen. Mit den so gesammelten Daten kann die Bestandsdichte im Untersuchungsgebiet genauer berechnet werden, als beispielsweise mit Flugzählungen oder Sichtungsmeldungen. Aus den Kenntnissen über bevorzugte Lebensräume oder die Kinderstuben der Schweinswale können Wissenschaftler konkrete Schutzmaßnahmen für den Ostseeschweinswal ableiten. Silja und Jan werden auf ihren Stationen zahlreiche SAMBAH-Projektpartner treffen.

Text: Deutsches Meeresmuseum



Weitere Informationen: www.meeresmuseum.de/schweinswale




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