FineArtReisen® Artikel Nr. 98402 vom 02.08.2013
Quelle: FVA Polen

Neues Ordensritter-Museum in Masuren

Interaktive Präsentation und differenzierte Darstellung

In der Kleinstadt Działdowo (Soldau) wird am 13. August das interaktive Museum zur Geschichte der Ordensritter eröffnet. Die moderne Ausstellung hat ihren Platz im barocken Rathaus. Das im Jahr 1796 errichtete Gebäude musste dafür umfangreich saniert werden. Das moderne mehrsprachige Museum soll ein touristischer Anziehungspunkt im Südwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren werden.

Die neue Ausstellung entstand in fünf Räumen im Oberschoss des Gebäudes. Sie beginnt mit Informationen und Darstellungen zur Gründung und Expansion des Ordensstaates, ein zweiter Raum beschreibt den Alltag des Ordens, ein dritter seine militärischen Techniken. Im vierten Raum geht es um die historische Schlacht der Ordensritter gegen das polnisch-litauische Heer bei Grunwald (Grünefelde) am 15. Juli 1410. Mit der Niederlage der Ordensritter wurde der Untergang ihres Staates eingeleitet. Im fünften Raum sind vor allem audiovisuelle Darstellungen zu erleben. Unter dem Dach des Gebäudes entstanden Räume, in denen Kinder- und Jugendgruppen sich experimentell und virtuell in die Zeit des Mittelalters begeben können.

Bei der Darstellung setzt man vor allem auf multimediale und dreidimensionale Präsentationen. So kann man als Besucher eindrucksvoll erleben, wie die Burgen errichtet oder Kämpfe ausgetragen wurden. Während die Geschichte des Ordensstaates im 19. und 20. Jahrhundert von nationalistischen Bewegungen in Deutschland und Polen für die politische Propaganda instrumentalisiert wurde, bemüht sich das neue Museum um eine differenzierte und ideologiefreie Darstellung.

Der Deutsche Orden war 1226 von dem Piastenherzog Konrad von Masowien um Hilfe im Kampf gegen die heidnischen Pruzzen gerufen worden. Sein Herrschaftsgebiet dehnte sich vom Kulmerland rasch immer weiter nach Osten aus. Die Marienburg im heutigen Malbork wurde zur neuen Machtzentrale des Ordensstaates. In Soldau hatte der Orden Anfang des 14. Jahrhunderts eine Grenzburg errichtet, in deren Schutz sich eine Siedlung entwickelte. Im Krieg zwischen dem Orden und den polnisch-litauischen Truppen wurde Soldau zerstört, später vertrieben die Einwohner die Ritter von der Burg und übergaben diese den polnischen Truppen. Auch in späteren Jahrhunderten wurde die Stadt bei kriegerischen Auseinandersetzungen mehrfach zerstört. In der wiederaufgebauten Ordensburg befindet sich heute die Stadtverwaltung.



Weitere Informationen: www.polen.travel




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