FineArtReisen® Artikel Nr. 170081 vom 26.02.2016
Quelle: FVA Niederlande

Kampener Ijsselkogge: Erfolgreiche Schiffs-Bergung nach 600 Jahren

Eine mittelalterliche Kogge, die Anfang Februar 2016 noch auf dem Boden der Ijssel bei Kampen (Provinz Overijssel) lag, wurde nun erfolgreich geborgen. Bei der geborgenen Kogge handelt es sich um ein besonders gut erhaltenes Exemplar eines mittelalterlichen Handelsschiffes, das 600 Jahre lang unentdeckt auf dem Boden der Ijssel ruhte. Die Bergungsaktion des 20 Meter langen und 50 Tonnen schweren Wracks, die von einem Team aus niederländischen Unterwasserarchäologen und Tauch- und Bergungsspezialisten durchgeführt wurde, stellte sich als wahre Meisterleistung dar.

Hansestadt Kampen
Für das Verständnis der Bedeutung der Kogge spielt die Geschichte der Stadt Kampen eine entscheidende Rolle. Kampen war im Mittelalter eine florierende Hansestadt und wichtiger Umschlagsplatz für den Handel der Hanse – und die Kogge das wichtigste Transportmittel des Hansebundes. Eine solche Kogge wird auch schon seit einigen Jahren in Kampen ausgestellt – diese ist jedoch nur eine Nachbildung, gebaut nach dem Vorbild eines Schiffwracks, das in Nijkerk gefunden wurde. Das Wrack der nun jüngst geborgene „Ijsselkogge“ ist noch zu 70 Prozent intakt. Neben mehreren Werkzeugen konnte das Forschungsteam einen spektakulären Fund verkünden: eine aus Backsteinen gebaute und mit glasierten Kacheln geflieste Kombüse inklusive Kuppelofen konnte im Heck der Kogge freigelegt werden. Archäologen nennen einen solchen Fund einmalig.

Bewusst versenkt?
Vor fünf Jahren wurde das Wrack der Kogge zufällig bei Hafenarbeiten auf dem Boden des Flusses Ijssel entdeckt. Ein Jahr später begann ein Team aus Unterwasserarchäologen und Historikern das Wrack zu untersuchen, wobei das Forschungsteam zu der Überzeugung gelangte, dass das Wrack nicht, wie vorher angenommen, von Piraten versenkt, sondern absichtlich den Fluten übergeben wurde. Diesen Schluss lassen historische Forschungen zu, deren Ergebnis es war, dass die Ijssel im 14. Jahrhundert unter einer starken Versandung litt. Aus diesem Grund denken die Forscher, dass die Kogge absichtlich in einer leeren Fahrrinne versenkt wurde und Kampen weiterhin für Handelsschiffe erreichbar blieb. Dieses Versenken der Ijsselkogge nennen Archäologen „mittelalterliches Wasser-Management“.

Komplizierte Bergung
Die Bergung des Schiffwracks wurde im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Natur von einem Team aus Spezialisten unterschiedlichster Fachrichtungen unter dem Projektnamen „Isalacogghe“ geplant und durchgeführt. Für die Bergung wurde eine spezielle Konstruktion gebaut, die unter anderem aus einem Kran und einem Ponton bestand. Momentan befindet sich das Schiff in einer eigens für diesen Zweck gebauten Halle in Lelystad (Provinz Flevoland), in der es in den nächsten drei Jahren konserviert und restauriert werden soll. Danach kehrt es zurück nach Kampen und soll Teil einer maritimen Ausstellung werden.

Zwei Tage Kogge Kampen
Besucher, die eine nachgebildete Kogge besichtigen und dabei etwas über Kampen, die Kogge, oder die Hansestädte erfahren möchten, können das Arrangement „Zwei Tage Kogge Kampen“ (78 Euro pro Person) buchen. Dieses Angebot der Stadt Kampen besteht unter anderem aus einer Übernachtung im „Hotel van Dijk“ und einer Entdeckungstour bestehend aus einem Besuch in der „Koggewerf“ und einer Rundfahrt auf dem Lounge-Schiff „Havana“ der gleichnamigen Reederei.


 



Weitere Informationen: www.holland.com




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