Foto: Die Restauratorinnen Caroline Dempsey und Laura Thiemann bei ihrer Arbeit mit dem Sargdeckel der Mumie Ta Cheru Bildquelle: Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim


PHARAO – Leben im alten Ägypten
Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS + KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und Museumspartner –
Die Kunstspedition GmbH
Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: 24.03. bis 17.12.2017
Mo - Fr von 09:00 - 18:00 Uhr I Sa, So u. Feiertag von 10:00 - 18:00 Uhr



FineArtReisen® Artikel Nr. 194571 vom 10.03.2017
Quelle: Museum - Lokschuppen Rosenheim

Mumie Ta Cheru im Lokschuppen angekommen

Restauratorin Caroline Dempsey vom Museum in Aberdeen ist zufrieden: „Ready for exhibition!“ – bereit zur Ausstellung – ist ihr Urteil bei der Begutachtung eines einzigartigen Exponats. Die Mumie „Ta Cheru“ aus Aberdeen ist im Ausstellungszentrum Lokschuppen angekommen. Sie wird vom 24. März bis zum 17. Dezember in der Ausstellung „Pharao – Leben im alten Äypten“ zu sehen sein. Gemeinsam mit Restauratorin Laura Thiemann vom Lokschuppen-Team nahm Caroline Dempsey den Sargdeckel und die Mumie selbst unter die Lupe. Die beiden Expertinnen mussten untersuchen, ob Ta Cheru den Transport gut überstanden hat. Keine Kratzer, keine Dellen, keine Beschädigungen – die Mumie und der Sargdeckel konnten in die Vitrine transportiert werden.

„Ta Cheru“ ist Teil eines Mumienforschungsprojektes des Roemer- und Pelizaeusmuseums Hildesheim, Kooperationspartner des Ausstellungszentrums Lokschuppen. Sie wurde deshalb in Hildesheim restauriert und in einem CT erstmals medizinisch und wissenschaftlich untersucht. Die ersten Ergebnisse liegen inzwischen vor. Nach den Informationen auf dem Sargdeckel handelt es sich um eine Frau, die den Titel „nebet per“ – Herrin des Hauses führte und etwa im 4. Jahrhundert vor Christus in der Region des heutigen Luxor starb. „Die Mumie ist in einem hervorragenden Erhaltungszustand“, so Mumienforscher Otto Gauert vom Roemer- und Pelizaeusmuseum Hildesheim. Nach dem CT-Befund starb die Frau im Alter von vermutlich deutlich über 60 Jahren. Sie gehörte der Oberschicht an. „Dafür sprechen die geringen Abnutzungserscheinungen am Skelett und die aufwändige und außergewöhnlich sorgfältig ausgeführte Balsamierungstechnik“, so Gauert. Die Balsamierer gingen dabei so verschwenderisch mit dem Harz um, dass die Harze in die Sargwanne flossen und mit der Mumie verklebten. Gehirn und Innere Organe wurden entfernt, die Augäpfel wurden durch künstliche, aus Leinenstoffen gefertigte Strukturen ersetzt. In die Schädelhöhle wurden Balsamierungsharze eingefüllt. Die gesamte Brust- und Bauchhöhle wurde mit einem unbekannten Material – möglicherweise Schlamm – ausgefüllt. Bei der Gehirnentfernung haben die Balsamierer nur natürliche Zugänge genutzt und keine Defekte verursacht. „Das ist absolut ungewöhnlich und lässt ein extrem hohes Niveau der Mumifizierungstechnik erkennen“, betont Gauert. Hinweise über die mögliche Todesursache oder auf Krankheiten fanden die Wissenschaftler nicht.



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