In Kloster Broumov arbeiteten Vater und Sohn Dientzenhofer. Foto: Upvision/CzechTourism

FineArtReisen® Artikel Nr. 194572 vom 10.03.2017
Quelle: FVA Tschechische Republik

Vater und Sohn Dientzenhofer prägten barockes Böhmen

Erfolgreiche Baumeister-Dynastie
Weil der elterliche Hof in Oberbayern nicht genug abwarf, zog es Christoph Dientzenhofer in die Ferne. In Prag wurde er zu einem der bekanntesten Baumeister des Barocks – übertroffen nur von seinem Sohn Kilian Ignatz. Die tschechische Zentrale für Tourismus CzechTourism will 2017 in einem Themenjahr das reiche barocke Erbe im Land präsentieren. Der Familie Dientzenhofer kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

Zusammen mit seinen vier Brüdern zog Christoph Dientzenhofer (1655-1722) im Jahr 1678 nach Prag, als einziger ließ er sich dort dauerhaft nieder und heiratete später die Witwe des Baumeisters Johann Georg Achbauer. Zu seinen ersten großen Aufgaben gehörte der barocke Umbau des unweit von Marienbad gelegenen Klosters Teplá (Tepl) in Westböhmen. Rasch folgten Aufträge von anderen Klöstern und Adelsfamilien. Dientzenhofer kam zu Wohlstand und besaß am Ende drei Häuser in Prag. Zu seinen Hauptwerken gehört der Wiederaufbau des Benediktinerklosters im Prager Stadtteil Břevnov (Breunau).

Zu den Wahrzeichen Prags zählt die St.-Nikolaus-Kirche im Stadtteil Malá Strana (Kleinseite). Christoph Dientzenhofer übernahm 1703 bis 1711 im Auftrag des Jesuitenordens den Neubau des Kirchenschiffs und der Westfassade. Kilian Ignatz Dientzenhofer (1689-1751) setzte nach dem Tod des Vaters dessen Arbeit fort. Unter seiner Leitung entstanden der Chorraum und die fast 80 Meter hohe Kuppel. Noch ein Mitglied der Baumeister-Dynastie war an dem Kirchenbau beteiligt. Anselmo Lurago, Schüler und späterer Schwiegersohn von Kilian Ignatz leitete 1756 den Bau des Glockenturms, von dem sich Touristen heut ein eindrucksvoller Blick auf die Karlsbrücke und die Moldau bietet.

Kilian Ignatz Dientzenhofer trat nicht nur in die Fußstapfen seines berühmten Vaters, sondern wurde zu einem der ganz großen europäischen Baumeister des Spätbarocks. Zahlreiche Bauwerke in ganz Böhmen tragen seine Handschrift. Dazu gehören die Maria-Magdalena-Kirche im Zentrum von Karlovy Vary (Karlsbad), das Schloss im nordböhmischen Ploskovice (Ploschkowitz), das Ursulinenkloster in Kutná Hora (Kuttenberg) oder die St.-Nikolaus-Kirche auf dem Altstädter Ring in Prag. Kilian Ignatz verbrachte während seiner Studienreisen ins Ausland auch einige Zeit in Wien und ließ sich vom Baustil der Habsburgermetropole beeinflussen.
Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehört das Benediktinerkloster Broumov (Braunau) in Nordböhmen. Vater Christoph war dort bereits für die Neugestaltung der Klosterkirche verantwortlich, sein Sohn leitete den barocken Umbau der mächtigen Anlage und gestaltete auch mehrere Dorfkirchen in der Umgebung neu. Das nach dem Zweiten Weltkrieg als Internierungslager für Mönche und Nonnen missbrauchte Kloster wurde bis 2014 aufwendig saniert und wird heute als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt. Einige ehemalige Mönchszellen wurden in moderne Gästezimmer verwandelt, im Weinkeller der Benediktiner werden Weinverkostungen organisiert, in der Anlage finden Konzerte und Workshops statt. Zu seinen Schätzen gehört neben der 17.000 Bände umfassenden Klosterbibliothek auch die 1999 entdeckte Kopie des Turiner Klostertuchs aus dem 17. Jahrhundert. Die Krypta beherbergt 15 Mumien aus einer Kirche im nahe gelegenen Vamberk.

Das ehemalige Wohnhaus von Christoph Dientzenhofer auf der Prager Kleinseite, in dem auch sein Sohn geboren wurde, beherbergt heute die Pension Dientzenhofer mit neun Zimmern – ein idealer Ausgangspunkt, für alle, die auf den Spuren der berühmten Barockarchitekten wandeln möchten.



Weitere Informationen: www.czechtourism.com




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