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FineArtReisen® Artikel Nr. 165025 vom 11.12.2015
FineArtReisen® Veranstaltungshinweis
Quelle: kulturkurier

SEA + AIR (D/GR)

Support: Allie - Indie - Pop



 



Köln, 17.09.2015: Wie das kleine Griechenland es schafft, das große Deutschland und mit ihm ganz Europa herauszufordern, ist die eine Sache. Wie die Spannung zwischen beiden Ländern auf musikalische Weise genutzt werden kann, zeigt das griechisch-deutsche Musikerehepaar Eleni Zafiriadou und Daniel Benjamin von SEA + AIR. Gerade erschien ihr zweites Album EVROPI (griechisch für Europa) beim Label Glitterhouse. In dem Album, das sich auf Anhieb auf Platz #49 der deutschen Charts platzieren konnte, verweben SEA + AIR Eindrücke ihrer mehrere Jahre dauernden Tour durch 22 Länder mit der fast hundertjährigen Familiengeschichte Eleni Zafiriadous. Die neuen Songs vom Album EVROPI stellt die Band - zusätzlich zu den schon bestehenden Terminen im November - bei weiteren Konzerten im Januar 2016 vor. Auch bei diesen Auftritten wird man einmal mehr die Virtuosität von SEA + AIR bestaunen können. Beide Musiker spielen bis zu fünf Instrumente gleichzeitig, wodurch der orchestrale Klang ihres Albums auf erstaunliche Weise reproduziert wird. Tickets für alle Konzerte sind ab Freitag, 18.09. an allen VVK-Stellen erhältlich.



Seit ihrer Gründung vor vier Jahren spielten SEA + AIR über 600 Konzerte in 22 Ländern. Zudem traten sie bei Inas Nacht (ARD), Berlin live (Arte), Cool Tour - After Midnite (Rai5), TV Noir (ZDF) und SWR latenight auf und waren somit Gast in den renommiertesten Fernsehshows für Newcomer im deutschen, französischen und italienischen Fernsehen. Die Singles zum Debut Album "My Heart’s Sick Chord“ haben es in sämtliche Campus- und Indieradiocharts geschafft. Daneben komponierten die beiden von unterwegs aus Soundtracks für Spielfilme von Michael Verhoeven ("Heißkalte Seele"), den preisgekrönten "Schuld sind immer die Anderen" von Lars-Gunnar Lotz sowie den Arte-Dokumentarfilm „Das Dorf der Stille. Den "schwäbischen Grammy" (Music Award Region Stuttgart) gab es für den besten Newcomer, ebenso den kanadischen Studiopreis "2013 Streaming Cafe Indie Recording Grant". In diesem Jahr wurden SEA + AIR außerdem mit dem deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet. An diese Erfolge knüpft das neue Album nahtlos an. Auch EVROPI wird genauso wie der Vorgänger von der Presse mit Begeisterung aufgenommen. So schreibt Zeit.de: „(Evropi ist) ein künstlerischer Triumph. … Das ist nicht nur im deutschen Pop-Maßstab großes Kino (hier passt der Begriff endlich mal).“ Und Musix meint „Jedenfalls klingt es absolut einzigartig und ist mit das Spannendste, was es momentan auf dem Indie-Folk-Rock-Sektor so gibt und man darf sich auf aufregende Konzerte freuen“.



 



www.seaandair.net



www.alliemusic.bandcamp.com



 



ALLIE



Man begegnet ihm öfter da draußen. Diesem Charakter, der ziemlich viel von sich hält und das alle anderen schon gern mal wissen lässt. Aber er macht’s halt auf die charmante Art und nicht einfach wie so ein blasierter Angeber, weshalb man ihm dann auch nicht wirklich böse sein kann. Allie skizziert diesen Typus in seinem Song „This Is How I Go“ als Kunstfigur, die noch im Sterben voller Selbstüberhöhung deliriert. Mit der Single aus seinem vierten, schlicht Allie betitelten Album kultiviert der Berliner Musiker einen durchaus auch komischen Hyper-Realismus. „Solche Typen stecken in fast jedem Song der Platte“, sagt Allie. „Sie sind einerseits anmaßend, haben aber diesen inneren Stolz, wie Figuren in einem Wes Anderson-Film. Das spiegelt sich auch im Pathos der Musik wider: die Stücke sollen emotional treffen, mit den Chören, den großen Synthesizern, sollen kitschig, aber nicht lächerlich sein.“ Was Allie ist und was eher nicht – darüber gingen die Meinungen 2013 bei seinem letzten Album weit auseinander. Uncanny Valley, so notierte staunend Zeit Online, hake sich „ins Gemüt wie ein Klettverschluss“ und sei vermutlich „zu schön um wahr zu sein.“ Für die Radiokollegen von Byte.FM klang die Musik „süß und traurig und klebrig, wie eine bunte Tüte vom Kiosk.“ Die Rote Raupe attestierte dem Künstler „ein bezaubernd eigenständiges Album“, welches durch „Witz, Zurückhaltung und Verschrobenheit“ besteche. Tja, und dann war Allie auch noch „der leiseste Rapper der Welt“ (Whiskey Soda). Rapper, Klettverschluss oder Kiosk-Tüte: Leise wurde Allie jedenfalls ausgerechnet in New York, in einem sehr hellhörigen Kämmerlein, das doch eher zum Flüstern zwang. Der sechsmonatige Aufenthalt im Winter 2009 brachte zudem seinen ersten Auftritt als Allie (im nahe gelegenen Woodstock) und schließlich samt Musik sogar noch eine kleine Film-Einlage, neben dem großen Paul Giamatti (Sideways, Barney’s Version) in Episodes of Stalite III – Tarth. Zuvor hatten Allie’s Bruder und ein dann nach Südamerika abgewanderter Trommler bereits in der obligatorischen Punk-Band mitgetan, die Allie bis 2007 „aus Scheiß und Langeweile“ mit „Spaßmusik“ gefüttert hatte. Nach Uncanny Valley und der Studioarbeit mit Johann Scheerer (Clouds Hill) kehrte Allie für Allie wieder zum Do-It-Yourself- Ethos seiner Frühwerke Mimi King (2010) und New Friends (2011) zurück. Indes mit ganz anderer Prämisse. „Ich bin es jetzt mit viel mehr Sorgfalt und Genauigkeit angegangen“, erläutert er. „Habe lange an Sounds gefeilt und mich nicht mehr so schnell zufrieden gegeben, während für die ersten beiden Alben oft schon die Demo-Versionen reichten. Auch für einzelne Vocals habe ich mir tagelang Zeit genommen – und nicht nur ein paar Stunden wie im Studio. So konnte ich viel ausprobieren, verschiedene Sounds und Stimmen übereinander schichten.“ Dabei vertraute Allie „einfach voll meinen Ohren“ und versuchte, „die Studio- Erfahrung des letzten Albums aufs Homerecording zu übertragen.“ Was ohne „die Ressourcen um mich herum“ kaum geklappt hätte. Ohne die Freunde mit Heimstudio (wie die Band SEA+AIR). Ohne Bekannte, die als Gastmusiker auftreten. So sorgt gleich zum Auftakt mit „Wtf4“ der Berliner Rapper und Dichter Black Cracker für einen wegweisenden Akzent. „Ich wollte unbedingt ein spoken word-Stück auf dem Album haben, und ich kenne niemanden, der Texte so vortragen kann wie Cracker. ‚Wtf4‘ ist für mich wie die Einleitung zu einem Buch.“ Pianist Nuño und die Opern-Stimme von houaïda bereichern dann weitere Kapitel wie „Needle In The Hay“ und „The Great“, ein Song, der das Unvermögen zu trauern und daraus resultierende Schuldgefühle auf den Punkt bringt. An den eigenen Ansprüchen scheitern in „Emo On A Beach“ in einem heruntergekommenen Urlaubsort auch die verlorenen Strandbar-Gestalten, die sich herzlich misstrauen und doch nicht voneinander lassen können. „No No No No“ bringt das verstörende Bild des Pharaos, der sich dann doch nicht raustraut aus seinem Sarg. Auch eine Form der Anmaßung: Immer wieder auf Menschen zu warten, die doch bitte bestimmte Erwartungen erfüllen sollen. Bis man vor lauter Erwartung ewig warten wird. Es sind Songs, die man so in dieser Konsequenz und dem Mut zur großen Geste noch nicht gehört hat von Allie. Das schwebende „The One“ gemahnt hingegen eher an Pink Floyd. „Ich hab viel kitschigen Stadion-Pop gehört, als ich das Album aufgenommen habe, viel Michael Jackson-Balladen wie ‚Human Nature‘. Aber vor allem New Age-Musik von Enya bis Suzanne Ciani“, sagt Allie. Den anderen, aggressiveren Pol des Albums bilde zudem der Einfluss von Trap-Hip-Hop: „Was New Age und Trap für mich verbindet ist diese überwältigende, emotionale Direktheit.“ Und wie kam es zu dem Albumcover? „Ein Einhorn ist ja ein total ausgelutschtes Symbol“, erläutert Allie. „Fast so verboten wie bestimmte Pop-Sounds. Ich wollte versuchen, doch noch irgendwie was Cooles daraus zu machen. So eine Art bekloppte Schönheit zu finden.“ Und bei einem Film-Freak wie Allie ist das Fabeltier natürlich auch als Referenz an die Traum-Sequenz in Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Blade Runner“ zu verstehen, den Vangelis mit einem betörenden Soundtrack ausgestattet hatte. „Ich denke, das passt auch ganz gut zur Stimmung meines Albums. Also eher düster und neblig, aber dann immer wieder dieser scharfe Lichteinfall.“ Eine ähnliche Atmosphäre schwebt Allie auch für die Live-Shows zur Veröffentlichung von Allie im Juni vor. Im Herbst sollen weitere folgen, auch im Ausland. Der Song-Flüsterer, der bisher brav hinterm Tischchen saß, hat dann ausgedient. Allie will seine neuen Stücke diesmal auch visuell ansprechend umsetzen: Mehr Licht, mehr Show, mehr Sinne, die sich angesprochen fühlen dürfen. Scheint so, als ob der Sound-Zauberer aus Berlin jetzt Ernst machen will.



 



VvK & ermäßigt: 13,-€ (+ Geb.) /  Ak: 16,-€  



Bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises erhalten Schüler und Studenten, Freiwilligendienstler, Azubis etc.  Karten zum ermäßigten Eintrittspreis.




Termin(e): 16.01.2016 20:30
Kulturzentrum Schlachthof
Mombachstraße 10-12, 34127 Kassel


Quelle: kulturkurier





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