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FineArtReisen® Artikel Nr. 165388 vom 13.12.2015
FineArtReisen® Veranstaltungshinweis
Quelle: kulturkurier

PEER GYNT

"Reise durch den Gedankenkosmos" - "Zwischen Schein und Sein" Do.15. bis Sa. 17.Mai 2014- 20.00 h



PEER GYNT - von Henrik Ibsen - 2015 im TAS!



Zwischen Schein und Sein

Kölnische Rundschau-Kritik vom 28.09.2013

Joe Knipp inszeniert im Sachsenring Ibsens “Peer Gynt“

Von Barbro Schuchardt




Peer Gynt fängt unsichtbare Fliegen. Sind es die Flausen in seinem Kopf, der die fantastischsten Lügengeschichten gebiert? Wer ist überhaupt dieser manisch überdrehte Egozentriker, selbsternannter “Kaiser der Welt“, der sich am Ende selbst als “Zwiebel ohne Kern“ empfindet? Ein Fall für die Psychatrie? Ein Getriebener auf der Suche nach der eigene Identität?

Henrik Ibsens (18281906) großartiges dramatisches Gedicht “PeerGynt“ (1876) enthält all diese Facetten. Und Richard Hucke lässt sie als Titelheld in sämtlichen Farben funkeln. Er ist der irrlichternde Taugenichts, der faszinierende Fabulierer und Aufschneider, der Sexprotz und der Sohn, in dessen Armen die Mutter stirbt. Ein Bild, dass sich zum Schluss umkehrt, als Solveig den gealterten Geliebten im Schoß birgt wie in einer Pietà.

Joe Knipp hat für sein Theater am Sachsenring Ibsens gewaltigen Textbrocken, der auch als “Nordischer Faust“ gilt, auf zwei Stunden pralles, sinnliches Theater verdichtet. Er fächert einen fantastischen Bilderbogen mit rasant wechselnden Szenen auf, in denen Hucke, die jungen Schauspielerinnen Signe Zurmühlen und Jennifer Silke in sämtlichen anderen Rollen brillieren. Sie sind Bauernmädchen und Trolle, windige Reisende und allegorische Figuren wie “Der große Krumme“, sie hüpfen als Bunny über die Bühne und winden sich lasziv in Anitras orientalischem Reich. Und finden bei fliegendem Kostümwechsel (Ausstattung Hannelore Honnen und Nevcan Karagöz) auch immer wieder zu leisen Tönen zurück, etwa wenn Jennifer Silke sich in Peers Mutter und die verlassene Solveig verwandelt.

Knipps Inszenierung steigt nicht in die erdenschwere Tiefe nordischer Mythologie hinab und sucht nicht verkrampft nach kopflastigen psychoanalytischen Deutungen . Dieser Peer Gynt ist eher ein geistiger Bruder des Simplicissimus und des historischen Till Eulenspiegel, ein Mann auf dem schmalen Grat zwischen Schein und Sein und damit als Person zerfließend.

Dass es dabei durchaus derb und komisch zugehen kann , ergibt sich schon durch die Wahl der Übersetzung von Christian Morgenstern , dessen Blankverse mitunter an Wilhelm Busch denken lassen . Da passen auch die surrealistischen Einlagen mit Figuren, die der Welt eines Lewis Carroll ('Alice im Wunderland') entsprungen sein könnten.

Eine spannende, bewegende, kurzweilige Inszenierung mit großartigen Schauspieler-Leistungen.

 



Reise durch den Gedankenkosmos - Peer Gynt im TAS - von Andreas Kohl

... "Die Bühne ist ein schwarzer Guckkasten, dessen Frontalität durch Auftritte durch den Zuschauerraum durchbrochen wird, so dass das ganze Theater immer wieder als Theater deutlich wird und so immer klar gemacht wird, dass die da oben und vor der Bühne auch von der Lust am Theatermachen erzählen, davon, fast wie Kinder in Rollen zu schlüpfen, Geschichten zu erzählen, Späße zu machen und urplötzlich so ernst zu werden, dass es einen ins Mark trifft, ins Mark des Lebens." ...

"Im Stück sind gegen Ende alle alt geworden, Solveig, der Knopfgießer und Peer. Bei Knipp bleiben sie jung, vielleicht eine Metapher dafür, dass Jungbleiben und Älterwerden, nicht nur bei den Trollen, keine Frage des reinen Alterns, sondern der Lasten sind, die einem die Erfahrung und das Leben auf die Schultern laden. Immer bleibt die Inszenierung in ihrer direkten Art so in der Schwingungsschwebe der Bilder und Assoziation, dass der Reichtum des Textes nicht durch vordergründige Aktualisierung oder Politisierung eingegrenzt sondern man im eigenen Kopf ein Feuerwerk der Fantasie zünden kann"...

(Die vollständige Rezension ist auf der website des TAS nachzulesen.)



KartenTel. 0221 - 315 015 = TAS

Tel. 0221 - 28 01 = KölnTicket u.alle VVK-Stellen
(05.12.14, HHo)



http://www.theater-am-sachsenring.de




Termin(e): 24.03.2016 20:00
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Koeln


25.03.2016 20:00
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Koeln


26.03.2016 20:00
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Koeln


28.04.2016 20:00
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Koeln


29.04.2016 20:00
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Koeln


30.04.2016 20:00
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3, 50677 Koeln


Quelle: kulturkurier





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